Wohnen wird zur finanziellen Herausforderung für die Arbeitnehmerschaft

Die Leistbarkeit des Wohnens wird aufgrund der Teuerungssituation immer stärker gefährdet. Steigende Energie- und Materialkosten sowie überzogene Sicherheitsstandards in den Bautechnikverordnungen und den OIB – Richtlinien machen dem klassischen Häuslebauer und zukünftigen Eigentümern mehr und mehr zu schaffen. Experten gehen davon aus, dass die Baukosten weiter steigen werden.

Auch die immer enger gefasste Ökologisierung in der Wohnbauförderung bringt viele Bauherren an ihre Grenzen. Besonders im Bereich des privaten Wohnbaus stimmt man die Förderung zu sehr auf den Heizwärmebedarf ab. Aber auch bei Wohnanlagen werden durch zu hohe Standards und Verordnungen die Preise in die Höhe getrieben. Nicht zuletzt wurde durch eine falsche Steuerpolitik zusätzlich an der Preisschraube für Eigentum nach oben gedreht.

Steuerpolitik muss geändert werden

Die Einführung der Immobilienertragsteuer bei Vertragsabschluss mag gewissen Spekulanten einen Riegel vorgeschoben haben,  hat aber im Gegenzug die Grundstückspreise in die Höhe getrieben, da sich der Verkäufer diese Steuer bereits vom Käufer hat zahlen lassen. Wir fordern eine Änderung der Immobilienertragsteuer. Sie soll erst fällig werden, wenn innerhalb von 5 Jahren nicht gebaut wird. Ebenfalls soll bei Bebauung innert 5 Jahre dem Bauwerber vom Staat die bezahlte Grunderwerbsteuer als Baukostenzuschuss refundiert werden. Durch dieses System von Besteuerung und Belohnung sollen Grundstücke der Bebauung zugeführt werden und trotzdem die große Spekulation mit Grund und Boden in Schach gehalten werden.

Verländerung des Mietrechtes

Gerade im Bereich der Mietzinsbildung wäre es dringen notwendig, größere Freiheiten zu erlangen. Wir brauchen ein Mietrecht welches auf die regionalen Bedürfnisse Rücksicht nimmt und positive Impulse setzt, die die oftmals eingeschränkte Bereitschaft von Eigentümern zur Vermietung ihres vorhandenen Wohnraums steigert.

Beispielweise wurde den Mietern ein Bärendienst erwiesen, als die vergangene Regierung die Verantwortung für Schäden an Mietwohnungen an den Vermieter übertragen hat. Viele Wohnungsinhaber vermieten nicht mehr oder holen sich höhere Mieten um einen eventuellen Schaden an der Wohnung finanzieren zu können. Dies hat unter anderem dazu geführt, dass in Vorarlberg bis zu 7000 Wohnungen leer stehen und dass  ein durchschnittlicher Arbeitnehmer bereits bis zu 50% seines Gehaltes für Wohnen ausgibt.

Wir fordern ein klares Bekenntnis zu den regionalen Bedürfnissen auf dem Eigentum- und Mietsektor ein. Das bedeutet ein spezifisches Baurecht auf Vorarlberger Bedürfnisse zugeschnitten. Das bedeutet auch eine Wohnbauförderung die auf junge Menschen zugeschnitten ist um ihnen die Bildung von Eigentum zu ermöglichen.

Starterwohnungen

Junge Menschen und Lehrlinge werden heutzutage das erste Mal mit Schulden konfrontiert, wenn sie sich ein Fahrzeug beschaffen wollen oder auch müssen. Das zweite Mal, wenn es um Wohnen oder um die Bildung von Eigentum geht. Wobei hier die Aussichten derart düster sind, dass diese jungen Menschen befürchten müssen ein Leben lang zu bezahlen oder alles zu verlieren, wenn ihre Lebensplanung anders verläuft.

Die Vogewosi baut im Jahr ca. 500 Sozialwohnungen. Um unseren jungen Menschen eine Hilfe zu geben, was den Grundstock für das zukünftige Leben betrifft, sollte es Starterwohnungen im Sozialen Wohnungsbau geben, welche über einen Zeitraum von max. 5 Jahren günstig angemietet werden können um sich in dieser Zeit finanziell aufzustellen.

Wir fordern ein Umdenken in der Wohnungspolitik. Ziel ist es 10% des sozialen Wohnungsbaus in solche Starterwohnungen umzuwandeln bzw. neu zu errichten um den jungen Menschen in unserem Lande einen Start in ein Leben zu ermöglich das ihnen auch die Bildung von Eigentum erlaubt.

Die 170. Vollversammlung der AK-Vorarlberg fordert die Bundesregierung auf sich dieser Problematik anzunehmen und eine Regulierung zugunsten der Arbeitnehmer zuzulassen, die da wären:

  • Änderung der Steuerpolitik um mehr Grund der Bebauung zuzuführen
  • Verländerung des Mietrechtes um in jedem Bundesland auf die jeweiligen Bedürfnisse reagieren zu können
  • 10% Starterwohnungen für junge Familien

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