Transparentere Lebensmittelkennzeichnung ist unabdinglich!

Die Vorfälle der letzten Zeit mit falsch deklarierten Lebensmitteln in den Regalen der Europäischen Handelsunternehmen zeigt deutlich, dass hier noch einiges im Argen liegt. Viele unterschiedliche Bestimmungen in der EU, aber auch die vielen Gütesiegel, die in Österreich auf den Packungen aufgedruckt sind, sorgen nicht nur beim Konsumenten für Verwirrung.

Die Beimischung von Pferdefleisch in Rindfleischprodukte sorgte dabei für großes Erstaunen, weil hier nicht nur große Fleischverarbeitende Betriebe sondern auch kleine Wursthersteller (siehe Kärnten) ihre Produkte verfälscht haben. Der Hund liegt eigentlich darin begraben, dass verschiedene Gütesiegel auch Zutaten aus zweifelhaften Herkunftsländern zulassen, wenn sie eine gewisse Menge nicht übersteigen.

Gütesiegel oder Werbezeichen sorgen durch ihre Aufmachung für Verwirrung.

Es gibt eine Reihe von Zeichen, hinter denen recht wenig steckt, und Herkunftsangaben, die irreführend sind. Wie gut oder schlecht ein Gütezeichen ist, hängt von den Richtlinien und deren Kontrolle ab, denen sich ein Betrieb unterwirft. So haben zum Beispiel manche Verbände Richtlinien, die einem Betrieb den Einsatz von Spritzmitteln und Chemiedünger verbieten. Aber wer überprüft, ob diese Richtlinien eingehalten werden? Kontrolliert eine unabhängige Prüfinstitution mehrmals jährlich den Betrieb, kontrolliert sich der Betrieb selbst oder fehlt die Kontrolle ganz? Bei Richtlinien und Kontrolle gibt es in Teilbereichen gesetzliche Vorgaben, die im Großen und Ganzen akzeptabel sind. Bei der artgerechten Tierhaltung existieren nur Richtlinien privater Institutionen.

Solche Zeichen werben nicht selten mit dem Österreichischen Nationalwappen oder mit verschiedenen Landeswappen, unterliegen aber in den seltensten Fällen irgendwelchen Richtlinien oder Kontrollen.

Diese Kundentäuschung gehört sofort abgeschafft.


In Österreich haben wir ein strengeres Gesetz bei der Lebensmittelkennzeichnung als die EU. Die Gütezeichen, welche in den Österreichischen Handelsunternehmen und auch in kleinen Läden zur Handhabung kommen, sollten auf 2 – 3 reduziert werden. Hierbei ist zu beachten welche Gütezeichen den EU – Verordnungen unterliegen und welche der Österreichischen Lebensmittelkennzeichnung.

Zusätzlich sollte aber auch die Möglichkeit der Regionalen Produkte gefördert werden, welche sich auch der Landeswappen bedienen dürfen sollten. Bisher werden solche Symbole (Staatsflagge oder Landeswappen) ohne eine Kontrolle verwendet.

Wohin die falsch verstandene Agrar- und Lebensmittelpolitik der EU geführt hat, haben uns die letzten Skandale gezeigt. Für den Konsumenten ist dieser Gütesiegelwald viel zu undurchsichtig geworden. Das Vertrauen auch in heimische Produzenten wurde hier schmerzhaft gestört.

In einem weiteren Schritt gehören „schwarze Schafe“ empfindlich abgestraft und nach ihrer Verurteilung veröffentlicht. Dies sollte aber nicht nur den letzten Verursacher betreffen, sondern die ganze Produktionskette.

Beispiel: Im Falle des rumänischen Putenfleisches, welches mit Antibiotika kontaminiert war, gehört die ganze Kette abgestraft. Sowohl der deutsche Fleischverarbeiter, als auch dessen Österreichische Kunden sollten alle ein funktionierendes Qualitätsmanagement in ihren Betrieben haben. Bei einer lückenlosen Eingangskontrolle (incl. mikrobiologischer Untersuchung) hätte dieser Missstand sowohl in Deutschland als auch in Österreich auffallen müssen. Ebenfalls gehört der Rumänische Putenzüchter abgestraft und mit einem zeitweisen Exportverbot in andere EU-Länder behaftet.

Wir Freiheitlichen Arbeitnehmer glauben, dass nur eine rigorose Bestrafung und eine Bekanntmachung der Sünder wirklich zum Erfolg führt. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass verschiedene Gütesiegel und Produktauszeichnungen in Europa immer wieder von Lobbyisten in Brüssel unterwandert und aufgeweicht wurden.

Die 169. Vollversammlung der AK- Vorarlberg fordert die Bundesregierung und insbesondere das Ministerium für Konsumentenschutz auf,

A) dass eine klare Kennzeichnungspflicht für frische, unverarbeitete und verarbeitete Lebensmittel umgesetzt wird und dies auch bei den Lebensmittelpartnern sichtbar gemacht wird.

B) dass der „Gütesiegelwald“ ausgemistet wird und dass dabei auch die Regionalen Anbieter wieder eine Stärkung erfahren.

C) dass diejenigen, welche hier zuwiderhandeln und mit der Gutgläubigkeit der Konsumenten spielen, empfindlich abgestraft und veröffentlicht werden.

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