Der Konsument würde, aber man lässt ihn nicht!

Es ist mehr als traurig, wenn Handelsunternehmen sagen, dass sie diese Situation um Frischeartikel, welche nicht der Norm entsprechen beobachten, weil sie sehr wohl sehen, dass der Konsument sich für solche interessiert, so Rädler.

Paradebeispiel Gurke.

Erinnern wir uns an früher. Im Frischeregal der Handelsunternehmen, gab es zweierlei Gurkenklassen. Die Klasse 1 – Gurke war diejenige welche eine Krümmung hatte, wie man es auch den Kindern in der Volksschule beigebracht hatte. Die Klasse 2 – Gurke war eine gerade Gurke. Sie sah damals nicht aus wie eine Gurke, aber sie schmeckte so und sie war billiger. Billiger weil die Transportkosten geringer waren, brachte man ja in 1 Kiste mehr solche gerade Gurken hinein.

Im Handel begann man zu rechnen und stellte fest, dass man sehr viel mehr verdienen konnte, wenn man die krumme Gurke abschaffen würde und die gerade Gurke zur Klasse 1 – Gurke machen könnte. Also wurden die eigenen Lobbyisten in Brüssel aktiviert, viel Geld wurde hinein gesteckt und unter dem Vorwand von geringeren Transportkosten, weniger LKW-Fahrten ließen sich die Eurokraten überzeugen. Die Regulierungswut der EU hatte damals ihren Höhepunkt und der Handel lachte sich ins Fäustchen. Die Klasse 2 – Gurke verschwand und als Klasse 1 – Gurke wurde die gerade verkauft, zum Preis wie vorher die krumme.

Späte Einsicht in Brüssel.

Es dauerte bis ins Jahr 2009, als in Brüssel die Einsicht kam, dass dies Regulieren ein Schuss in den Ofen war, weil viel zu viel Gurken nicht im Handel landeten, sondern in der Weiterverarbeitung, im Tierfutter oder gar auf dem Feld liegen gelassen wurden. Einzig der Handel hat der Rücknahme dieser Gurken-Verordnung noch nicht Rechnung getragen, würde sich ja der Gewinn verschmälern.

Agieren und nicht beobachten, fordert Rädler vom Handel. Wer 5 Jahre lang beobachtet und nicht handelt, der hat kein Interesse an der Situation etwas zu ändern.

Waltraud Rädler fordert den Handel auf, das Klassensystem im Handel wieder einzuführen. Auf dem jetzigen Preisniveau die Klasse 1 und die Klasse 2 um 20% Prozent billiger. Das wäre eine echte Alternative zur jetzigen Situation. Ein zusätzlicher Vorteil wäre, dass viel weniger Obst und Gemüse auf dem Müll landen würde. Bisher wurde viel Obst aussortiert, nicht weil es schlecht war, sondern, weil es in den Augen des Handeln dem Auge das Konsumenten nicht zuzumuten war

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